Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences

Andrea Hirsch, Learning&Development ERGO Versicherungsgruppe (1.v.l.), hatte die Stipendiatengruppe eingeladen, die von Jessica Lohmann, Veranstaltungsmanagement (1.v.r.), fach kundig durch das traditionsreiche Gebäude der ERGO Versicherunggruppe geführt wurde.


 

Dr. David Stachon, Leiter Marketing ERGO Versicherungsgruppe, fesselte die Stipendiatinnen und Stipendiaten mit seinem Vortrag zum neuen Marketingkonzept.

​„Versichern heißt verstehen“: Präsentation des neuen Marketingkonzepts der ERGO Versicherungsgruppe AG für die NRW-Stipendiatengruppe der FH D

Auf Einladung der für die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Hochschule zuständigen Prokuristin der ERGO Versicherungsgruppe, Andrea Hirsch, besuchte die NRW-Stipendiatengruppe der FH D die Konzernzentrale in Düsseldorf. Am altehrwürdigen Victoriaplatz 1 wurden die Stipendiatinnen und Stipendiaten in die Organisation, die Historie und das neue Marketingkonzept der Versicherung eingeführt. Der Zusammenschluss der vier etablierten und traditionsreichen Versicherungen D.A.S., DKV, Hamburg-Mannheimer und Victoria stellte 1997 nicht nur eine organisatorische und personelle Herausforderung dar. Eine Aufgabe ganz neuer Art war die Frage der Namensgebung für den neu entstandenen Konzern. Keiner der bereits vorhandenen Markennamen sollte das Rennen machen, „ergo“ musste ein neuer her! Eine Anekdote besagt, dass eine ähnliche Feststellung am Ende einer langen Vorstandssitzung den Namen ERGO zur Folge hatte: Der Zusammenschluss ist bis heute eine Geschichte des Erfolgs.

Alexandra Klemme, Leiterin der Presseabteilung der ERGO Versicherungsgruppe, präsentierte den Studierenden beindruckende Zahlen. So verfügt die Versicherung allein in Deutschland über insgesamt 20 Millionen Kunden und ist damit hierzulande der dritt größte Versicherer mit einem Beitragsvolumen von etwa 19 Milliarden €. Weltweit beschäftigt der Konzern 50.000 Mitarbeiter, davon in Deutschland 33.200 und international 21.800. Es überwiegt der Anteil von Frauen mit 57 %. Das Durchschnittsalter beträgt 40,4 Jahre und die der durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit 11,5 Jahre. Die Versicherung investiert in die Zukunft ihrer Personalstruktur und kann in Deutschland derzeit insgesamt 1.400 Auszubildende vorweisen. Ab 1999 erschloss die ERGO Versicherung sukzessive die internationalen Märkte, bereits 2004 in China und zuletzt 2008 in Südkorea. Dabei beachtete der Konzern immer länderspezifische Synergien und tradierte Vertriebswege. Mit einem Eigenkapital von 3,9 Milliarden € wurde der Konzern durch unabhängige Ratingagenturen exzellent bewertet.

Nach dem die letzten eigenständigen Marken Hamburg-Mannheimer und Victoria im Jahre 2010 auch namentlich integriert wurden, stellte sich dem Konzern eine neue Herausforderung: Wie platziert man eine zwar erfolgreiche aber als Markennamen wenig bekannte Versicherung am Markt?

Mit dieser Frage beschäftigte sich Dr. David Stachon, Marketingleiter der ERGO Versicherungsgruppe, und startete eine bis dahin in der Branche unübliche und damit revolutionäre Marketingkampagne, die auf einer ebenso revolutionären Denkweise beruht: „Immer wenn die Gesetze einer Branche klar definiert sind, kommt einer und ändert sie.“ Die Fragestellung zu Beginn der Entwicklung war also nicht: „Was können wir?“, sondern demzufolge: „Was können wir nicht?“ Dies setzte eine kritische Selbstreflexion voraus, die sicher nicht als selbstverständlich für ein Wirtschaftsunternehmen dieser Dimension angenommen werden kann. Das Ergebnis war so beeindruckend wie einfach: Die meisten Menschen verstehen Versicherungen nicht. Verstehen und verstanden werden, diese Herausforderung nahm ERGO an und entwickelte ein überaus erfolgreiches Marketingkonzept, das es bereits nach 5 Monaten bei der Untersuchung spontaner Werbeerinnerungen auf Platz 1 schaffte. An der Umsetzung des Konzepts waren insgesamt 2.400 Menschen beteiligt.

„Versichern heißt verstehen“ ist nicht nur eine Marketingstrategie, sondern der Anspruch der Versicherungsgruppe. So verstand der Konzern auch den Wunsch seiner Mitarbeiter nach tradierten Werten: der Name Victoriaplatz blieb und schaffte so eine Verbindung zwischen Tradition und Moderne.

Dr. Stachon schloss seine lebendige Präsentation mit dem Rat an die Studierenden: „Machen Sie nur das, was Ihnen Spaß macht. Nur darin sind Sie erfolgreich!“ Dies nahmen die Stipendiatinnen und Stipendiaten, die deutlich von seiner Darbietung beindruckt waren, gerne mit auf den Weg sowohl nach Hause als auch zu der sich anschließenden Führung durch das imposante Gebäude.