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HSD / Campus, Erinnern, Vielfalt
26.03.2026

Benennung zweier Plätze am Campus Derendorf

​​​Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs mussten sich fast 6000 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus dem ganzen Regierungsbezirk Düsseldorf in einer der Markthallen des damaligen Schlachthofes einfinden. Dort wurden sie registriert und mussten eine Nacht in der Großviehmarkthalle verbringen, bevor sie vom nahegelegenen Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf in Ghettos im besetzten Osteuropa deportiert wurden. Diese waren oftmals Zwischenstationen auf dem Weg in weitere Konzentrations- und Vernichtungslager. Dieser Historie hat sich die Hochschule Düsseldorf angenommen, seitdem sie ab 2015 mit ihrem Neubau auf das Gelände des ehemaligen Schlachthofes zog und in einem Teil der Halle den „Erinnerungsort Alter Schlachthof“ eingerichtet hat.
Um die Geschichte des Ortes noch sichtbarer zu machen, wurden nun zwei Bereiche des Campus neu benannt und entsprechend ausgeschildert: Der „Platz der 6000“ erinnert an die Verbrechen während des Nationalsozialismus und an die Menschen, für die dieser Ort der Ausgangspunkt ihrer Deportation war. Der „Platz der Vielfalt“ steht hingegen für das heutige Selbstverständnis der Hochschule Düsseldorf – als eine Institution, die sich der Geschichte ihres Standortes bewusst ist und zugleich für Diversität, Offenheit und ein respektvolles Miteinander steht – als Gegenpol zu den dunklen Kapiteln der Vergangenheit.
 
Initiiert wurden die Platzbenennungen – die keine offiziellen Adressänderungen sind, sondern als inoffizielle Erweiterung der Gedenksituation im Erinnerungsort betrachtet werden können – auf Anregung der Bezirksvertretung 1 der Stadt Düsseldorf, die sich hierzu mit dem Präsidium in Kontakt setzte. Im Folgenden wurde in Zusammenarbeit mit dem Senat der Hochschule eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die eine hochschulöffentliche Ausschreibung erarbeitete. Alle Mitglieder der HSD konnten sich an dem Prozess der Namensfindung mit Vorschlägen beteiligen.
 
Im Sommer 2025 entschied eine Jury über die Auswahl: Der „Platz der 6000“ verweist unmittelbar auf das historische Geschehen und macht die Dimension der Verfolgungs- und Gewaltpolitik sichtbar. Der „Platz der Vielfalt“ richtet den Blick auf Gegenwart und Zukunft - und auf die HSD als offenen Bildungsort für Menschen in ihrer gesamten Vielfalt.
 
Hierauf bezog sich auch HSD-Präsidentin Prof. Dr. Edeltraud Vomberg in ihrer Ansprache: „Indem wir dem Platz neben dem damaligen Tatort, der ehemaligen Viehmarkthalle des Schlachthofs, der heutigen Bibliothek und dem Erinnerungsort, diesen Namen geben, setzen wir ein unübersehbares Erinnerungszeichen. Dieses Zeichen richtet sich auch an jene Kräfte in Politik und Gesellschaft, die diese Verbrechen relativieren oder vergessen machen wollen, die antisemitische und rassistische Ressentiments verbreiten und unsere demokratische Ordnung infrage stellen.“
 
Zum Platz der Vielfalt ergänzte sie, dass dieser auch eine Einladung über den Kreis der Hochschulmitglieder hinaus sein soll: „Dieser Platz steht für die Überzeugung, dass Unterschiede kein Hindernis sind, sondern eine Bereicherung. Dass Lernen, Lehren, Forschen und Arbeiten besonders dann gelingen, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Und dass eine demokratische, gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft genau diese Vielfalt braucht.“
 
Gestaltet und produziert wurden die beiden Platzschilder in einem ersten Entwurf in den Werkstätten des Fachbereichs Design. Bislang sind sie bewusst zurückhaltend gestaltet. Im kommenden Semester werden Studierende aus dem Fachbereich Design in einer Projektarbeit weitergehende Gestaltungsvorschläge entwickeln. ​​




Acht Personen – vier Frauen und vier Männer – in herbstlicher Business-Casual-Kleidung posieren nebeneinander auf einem gepflasterten Platz. Im Hintergrund sind eine Rasenfläche, ein modernes Glasgebäude mit der Ziffer 6 und ein Schild mit der Aufschrift „platz der vielfalt“ zu sehen.
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Bei der Einweihung des Platzes der Vielfalt (v.li.): Vizepräsident Jan Eden , Michael Bloss, Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Daniela Masberg-Eikelau, Bezirksvertreterin im Stadtbezirk 1, HSD-Präsidentin Prof. Dr. Edeltraud Vomberg, Vizepräsidentin Dr. Kirsten Mallossek, Senatsvorsitzender Prof. Dr. Olexiy Khabyuk, Prof. Dr. Volker Feige, Mitglied des Hochschulrats und Dr. Joachim Schröder, Präsidiumsbeauftragter für den Erinnerungsort.

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