Gleich zwei Forschende der Hochschule Düsseldorf (HSD) waren mit ihren Projektideen bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erfolgreich: Prof. Dr. Regine Müller aus dem Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften und Prof. Dr. Konar Mutafoglu aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften wurden für die DFG-Projektakademie „Kommunale Bildungspolitik: Arenen, Akteure und Adressat*innen“ ausgewählt. In dem bundesweiten Förderformat entwickeln sie ihre Forschungsvorhaben in den kommenden Monaten weiter und bereiten darauf aufbauend Anträge auf DFG-Förderung vor.
„Dass gleich zwei Wissenschaftler*innen unserer Hochschule in die DFG-Projektakademie aufgenommen wurden, ist ein schöner Erfolg für die HSD. Beide Vorhaben zeigen zugleich, wie unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven dazu beitragen können, aktuelle gesellschaftliche Fragen auf kommunaler Ebene besser zu verstehen“, sagt Prof. Dr. Manfred Wojciechowski, Vizepräsident für Forschung und Transfer an der HSD. „Die Projektakademie bietet eine hervorragende Möglichkeit, diese Forschungsansätze weiterzuentwickeln und für eine DFG-Förderung vorzubereiten.“
Prof. Dr. Konar Mutafoglu beschäftigt sich in seinem Vorhaben „Kommunale Bildungspolitik im Kontext nachhaltiger Entwicklung“ mit der Frage, warum sich Städte und Gemeinden in der Bildung engagieren, obwohl dafür nicht immer ein eindeutiger gesetzlicher Auftrag oder unmittelbare finanzielle Anreize bestehen. Beispiele reichen von Angeboten der Volkshochschulen über Informationen zu nachhaltigem Konsum bis zur Vernetzung lokaler Bildungsakteure. Während die damit verbundenen Kosten unmittelbar vor Ort entstehen, zeigt sich der gesellschaftliche und wirtschaftliche Nutzen häufig erst langfristig und reicht oftmals über die Grenzen einer einzelnen Kommune hinaus. Mutafoglu untersucht deshalb, unter welchen Bedingungen Kommunen dennoch entsprechende Aufgaben übernehmen und welche Rolle dabei die Verteilung von Zuständigkeiten und Finanzierungswegen zwischen Bund, Ländern und Kommunen spielt. Mit diesem Ansatz bringt er eine wirtschaftswissenschaftliche Perspektive in die Forschung zur kommunalen Bildungspolitik ein.
Prof. Dr. Regine Müller richtet den Blick dagegen auf kommunale Netzwerke zur Prävention von Kinderarmut. Ihr Vorhaben untersucht die Rolle der Netzwerkkoordination bei der Gestaltung und Steuerung kommunaler Bildungspolitik. In vielen Städten und Gemeinden sind solche Präventionsnetzwerke inzwischen etabliert. Bislang ist jedoch wenig darüber bekannt, welchen Einfluss die koordinierenden Akteurinnen und die damit verbundenen Strukturen auf konkrete bildungspolitische Entscheidungen haben. Müller geht unter anderem der Frage nach, wie Netzwerkkoordinierende Bildungsmaßnahmen moderieren und weiterentwickeln und welche Bedeutung sie etwa für Bildungszugänge, die Finanzierung von Angeboten oder die Zusammenarbeit mit außerschulischen Bildungspartnerinnen haben.
Gezielte Unterstützung für HAW-Professor*innen
Mit der Projektakademie unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft gezielt Professorinnen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften bei der Entwicklung und Einreichung von Forschungsanträgen. Das interdisziplinär angelegte Programm ist an der Universität Augsburg angesiedelt und wird von Prof. Dr. Rita Nikolai, Professorin für Vergleichende Bildungsforschung, geleitet.
Ziel ist es, die Forschung zur kommunalen Bildungspolitik zu stärken und den wissenschaftlichen Austausch zwischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften zu fördern. Nach einem digitalen Auftakttreffen Anfang Oktober werden die Teilnehmenden in weiteren Online-Terminen durch Fachexpertinnen beraten und bei der Ausarbeitung ihrer Projektanträge begleitet. Die fertigen Anträge sollen bis zum 30. Juni 2027 bei der DFG eingereicht werden.