Am kommenden Sonntag, 13. September 2026, beteiligt sich die Hochschule Düsseldorf (HSD) mit dem Erinnerungsort Alter Schlachthof am bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Von 13 bis 17 Uhr erwartet Besucher*innen auf dem Campus Derendorf ein vielfältiges Programm mit Führungen durch den Erinnerungsort und die Hochschulbibliothek, Ausstellungen sowie Filmvorführungen und Gesprächen. Der Aktionstag steht in diesem Jahr unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ und lädt dazu ein, historische Orte neu zu entdecken und ihre Bedeutung für die Gegenwart in den Blick zu nehmen.
„Der Tag des offenen Denkmals bietet eine besondere Gelegenheit, den Erinnerungsort Alter Schlachthof kennenzulernen und sich mit der Geschichte dieses Ortes auseinanderzusetzen. Zugleich möchten wir zeigen, wie ein historischer „Tatort“ heute Teil eines lebendigen Hochschulcampus sein kann – als Ort des Erinnerns, des Lernens und des Austauschs“, sagt Dr. Joachim Schröder, Leiter des Erinnerungsortes an der HSD.
Wo heute Studierende lernen, arbeiteten einst Menschen auf dem Gelände des städtischen Schlacht- und Viehhofs. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde der Ort zum Schauplatz von Verfolgung und Deportation: Zwischen 1941 und 1944 wurden fast 6.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder von hier in Ghettos und Konzentrationslager deportiert. Heute befindet sich in der denkmalgeschützten ehemaligen Großviehmarkthalle die Hochschulbibliothek. Der dort eingerichtete Erinnerungsort Alter Schlachthof dokumentiert die Geschichte der Deportationen und erinnert an die verfolgten Menschen.
Ort aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen
Am Tag des offenen Denkmals können Besucherinnen den Ort aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen. Um 13 Uhr, 14 Uhr und 15 Uhr werden jeweils 30-minütige Führungen durch den Erinnerungsort Alter Schlachthof angeboten. Direkt im Anschluss – um 13.30 Uhr, 14.30 Uhr und 15.30 Uhr – führen Mitarbeiterinnen durch die Hochschulbibliothek. So lässt sich erleben, wie die denkmalgeschützte Architektur der ehemaligen Großviehmarkthalle heute genutzt wird und wie sich Geschichte, Erinnerung und Hochschulalltag an diesem Ort miteinander verbinden.
Ab 16 Uhr rücken im Café Freiraum (ebenfalls aus dem Campus, Gebäude 3) filmische Formen der Erinnerung in den Mittelpunkt. Zunächst wird der Kurzfilm „Haverim (ver)suchen“ gezeigt, der im Rahmen des Seminars „Geschichte animieren“ entstanden ist. Prof. Anja Steidinger und Studierende geben dazu Einblicke in die Entstehung und Auseinandersetzung mit dem Thema. Um 16.30 Uhr folgt unveröffentlichtes Schnittmaterial über die Holocaust-Überlebende Ilse Kassel aus dem Film „Erzähl es niemandem“ von Klaus Martens aus dem Jahr 2017. Dr. Joachim Schröder begleitet die Vorführung mit einem inhaltlichen Input.
Den ganzen Tag über können Besucher*innen außerdem die Dauerausstellung des Erinnerungsortes Alter Schlachthof besichtigen. Im Untergeschoss der Hochschulbibliothek ist darüber hinaus die Fotoausstellung „Zwischenzeiten. Vor der Entstehung des Erinnerungsortes Alter Schlachthof“ geöffnet. Sie eröffnet einen weiteren Blick auf den historischen Ort und seine Entwicklung.
Der Tag des offenen Denkmals® findet 2026 bundesweit unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ statt. Mehr als 5.500 Denkmale haben sich für den Aktionstag angemeldet. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert die Veranstaltung seit 1993; Ziel ist es, historische Orte zugänglich zu machen und ihre Bedeutung für Geschichte und Gegenwart erfahrbar zu machen. Das diesjährige Motto richtet den Blick besonders auf Bewegung, Austausch und Verbindungen, die durch Denkmale entstanden sind und bis heute entstehen.
Tag des offenen Denkmals am Erinnerungsort Alter Schlachthof
Sonntag, 13. September 2026, 13 bis 17 Uhr
Hochschule Düsseldorf, Campus Derendorf
Münsterstraße 156, 40476 Düsseldorf