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HSD / Erinnerungsort Alter Schlachthof, Kunst, Ukraine
29.09.2026

Generalkonsulin der Ukraine besucht Creative Remembrance

Ihr erster Besuch an der Hochschule Düsseldorf (HSD) führte die neue Generalkonsulin der Ukraine in Düsseldorf, Oksana Tarasyuk, am Montag, 28. September 2026, zum deutsch-ukrainischen Projekt „Creative Remembrance". Dort traf sie junge Künstler*innen aus beiden Ländern, das Projektteam sowie Vertreter*innen der Hochschule zum Gespräch.
 
Der Termin fiel auf einen besonderen Tag. Auf dem Campus Derendorf begrüßte die HSD an diesem Montag ihre neuen Erstsemester, die unbeschwert in ihr Studium starteten. Für die Gäste aus der Ukraine ist diese Selbstverständlichkeit keine: Dort beginnt das Studium unter Luftalarm, und Hochschulen werden immer wieder zum Ziel russischer Angriffe. Zugleich trafen sich die 16 Teilnehmenden nach Monaten mit Online-Diskussionen an diesem Tag zum ersten Mal persönlich in Düsseldorf.
 
Nach einer Orientierungsrunde am Vormittag und ersten Einführungen durch die künstlerischen Mentor*innen empfing die Gruppe die Generalkonsulin in der Mittagspause im Kunstraum von Gebäude 3. Eva Piňosová vom Erinnerungsort Alter Schlachthof begrüßte die Gäste und stellte das Projekt vor.
 
Für das Präsidium hieß Prof. Dr. Manfred Wojciechowski, Vizepräsident für Forschung und Transfer, die Generalkonsulin zu ihrem ersten Besuch an der Hochschule willkommen. Ebenfalls dabei war Prof. Dr. Astrid Lachmann, Dekanin des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, die aktive Partnerschaften mit ukrainischen Hochschulen pflegt. Prof. Dr. Olexiy Khabyuk vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften begleitete den Besuch.

Positives Beispiel der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit
 
Generalkonsulin Tarasyuk würdigte „Creative Remembrance" als ausgesprochen positives Beispiel deutsch-ukrainischer Zusammenarbeit. Sie dankte der HSD, dem Erinnerungsort und den Partnerorganisationen Toler.Space und Insha Oshvita dafür, jungen Menschen aus der Ukraine einen Raum für aktive Mitwirkung zu geben. Studierende an deutschen Hochschulen, so die Generalkonsulin, prägten das Denken unserer Gesellschaft. Umso wichtiger sei es, dass Projekte wie dieses keine Einzelfälle blieben: Es brauche mehr langfristige deutsch-ukrainische Vorhaben in Bildung, Erinnerungsarbeit und Hochschulkooperation, getragen von dauerhaften Partnerschaften und Netzwerken.
 
Der Ort des Treffens gab diesen Fragen besonderes Gewicht. Vom Gelände des ehemaligen Schlachthofs auf dem heutigen Campus Derendorf wurden in der Nazi-Zeit nahezu 6.000 Jüdinnen und Juden aus Düsseldorf und der Region deportiert. Heute verbindet der Erinnerungsort Gedenken, Forschung und Bildungsarbeit und ist damit ein naheliegender Ausgangspunkt für ein Projekt, das nach dem Umgang mit Erinnerung in Zeiten des Krieges fragt.
 
Die Idee zu „Creative Remembrance. Hybrid Discussion Group for Youth from Ukraine and Germany" entstand vor gut einem Jahr: In Iwano-Frankiwsk lernten sich Eva Piňosová sowie Anna Lenchovska (Kyiv Educational Center Tolerspace) und Kateryna Osypchuk (Insha Osvita) aus Kyjiw kennen. Seitdem haben die drei das Projekt gemeinsam konzipiert und die Finanzierung eingeworben. Zum Team gehören außerdem der ukrainische Künstler Eugene Lisniak, der heute in Düsseldorf lebt, und Sofiia Bilohryva aus Kyjiw. Gefördert wird das Projekt, das bis Ende 2026 läuft, von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ).
 
Die Resonanz auf den offenen Aufruf für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren war groß, 16 Teilnehmende wählte das Projektteam aus. Acht von ihnen leben in Deutschland; acht reisten aus Kyjiw, Lwiw und Iwano-Frankiwsk an. Alle Teilnehmenden sind selbst künstlerisch tätig, die Bandbreite reicht von Musik, Tanz und Film bis zur Bildhauerei.
 
Inhaltlich kreiste die bisherige Online-Phase um Erinnerungskultur in Zeiten des Krieges, um Vergangenheitsbewältigung und um künstlerische Auseinandersetzungen mit diesen Themen. Nun geht es an die eigene Arbeit. Begleitet werden sie dabei von der Multimediakünstlerin Daria Molokoeidova aus Kyjiw, geboren in Kramatorsk, und dem Video- und Performancekünstler und Dramaturgen Cornelius Schaper aus Berlin. Die Ergebnisse sollen in eine gemeinsame dreisprachige Publikation einfließen, die Ende des Jahres veröffentlicht wird.​​​

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Gruppenfoto der Teilnehmenden von „Creative Remembrance“ mit der ukrainischen Generalkonsulin Oksana Tarasyuk und Vertreter*innen der Hochschule Düsseldorf.
Simon Fricke/HSD
Generalkonsulin Oksana Tarasyuk (Mitte, im hellen Hosenanzug) mit Teilnehmenden und dem Team von „Creative Remembrance“ sowie Vertreter*innen der Hochschule Düsseldorf beim Besuch auf dem Campus Derendorf

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