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HSD / GDAT, Antidiskriminierung
21.03.2026

In­ter­na­tio­na­ler Tag ge­gen Ras­sis­mus

Internationaler Tag gegen Rassismus


Der 21. März ist der Internationale Tag gegen Rassismus (International Day for the Elimination of Racial Discrimination). Die Vereinten Nationen riefen ihn 1966 ins Leben, um an das Massaker von Sharpeville in Südafrika zu erinnern. Am 21. März 1960 erschoss die Polizei dort 69 Menschen, die friedlich gegen die rassistischen Passgesetze des Apartheid-Regimes protestierten. Der Gedenktag steht seither weltweit für das Erinnern an die Opfer rassistischer Gewalt und zugleich für die Verpflichtung, Rassismus konsequent zu bekämpfen.



Rassismus als strukturelles Problem

Rassismus zeigt sich nicht nur in offenen Anfeindungen oder extremistischen Gewalttaten. Er wirkt auch strukturell und institutionell, eingebettet in gesellschaftliche Routinen, Entscheidungsprozesse und Machtverhältnisse. Diskriminierung kann sich in ungleichen Bildungschancen, Benachteiligungen auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt oder in abwertenden Zuschreibungen im Alltag äußern. Viele Betroffene berichten von wiederkehrenden Erfahrungen, die ihre Teilhabechancen einschränken und ihre Zugehörigkeit infrage stellen.

Der Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) des Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung verdeutlicht, dass rassistische Diskriminierung in Deutschland kein Randphänomen ist. Auch Studien der European Union Agency for Fundamental Rights (FRA), darunter die Erhebung "Being Black in the EU", zeigen, dass Diskriminierungserfahrungen in vielen europäischen Ländern verbreitet sind, etwa bei der Jobsuche, der Wohnungssuche oder im Kontakt mit Behörden. Rassismus ist damit in gesellschaftliche Strukturen tief verankert.



Historische Verantwortung und globale Perspektive

Der Internationale Tag gegen Rassismus verweist zugleich auf die historische Dimension rassistischer Gewalt. Kolonialismus, transatlantische Versklavung und rassistische Ideologien haben globale Machtverhältnisse geschaffen, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind. Die Erinnerung an Sharpeville macht deutlich, wie staatlich legitimierter Rassismus in tödliche Gewalt münden kann.


Bereits 1965 verabschiedete die United Nations General Assembly das Internationale Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von rassistischer Diskriminierung (ICERD). Es verpflichtet die Vertragsstaaten, rassistische Diskriminierung zu unterbinden und Gleichberechtigung aktiv zu fördern. Der 21. März ist somit nicht nur ein symbolischer Gedenktag, sondern eng mit völkerrechtlichen Verpflichtungen und menschenrechtlichen Standards verbunden.



Gegenwart und Handlungsauftrag

In Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung, rechtspopulistischer Narrative und digitaler Hassrede gewinnt der Internationale Tag gegen Rassismus besondere Aktualität. Rassistische Diskurse verschieben Grenzen des Sagbaren und normalisieren Ausgrenzung. Dem entgegenzuwirken erfordert eine klare Haltung auf politischer und institutioneller Ebene sowie im Alltag.

Antirassistische Arbeit bedeutet, Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen, diskriminierende Strukturen sichtbar zu machen und solidarische Räume zu schaffen. Sie umfasst rechtliche Schutzmechanismen ebenso wie Bildungsarbeit, Diversitätsstrategien und die Stärkung zivilgesellschaftlicher Initiativen. Vor allem aber bedeutet sie, Betroffenen zuzuhören und ihre Perspektiven ernst zu nehmen.

Der 21. März erinnert daran, dass Menschenwürde und Gleichberechtigung nicht selbstverständlich sind. Sie müssen durch konkrete Maßnahmen und durch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen immer wieder verteidigt und neu eingelöst werden.



Quellen 

International Day for the Elimination of Racial Discrimination | United Nations

International Convention on the Elimination of All Forms of Racial Discrimination | OHCHR​

Nationaler Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa)​

Being Black in the EU | European Union Agency for Fundamental Righ​ts

Was kann ich tun, wenn jemand rassistisch angegriffen wird? | Amnesty International​​​​​