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HSD / GDAT, Antidiskriminierung
08.03.2026

Femi­nis­tisch­er Kampf­tag 2026

​​Feministischer Kampftag 2026

Am 8. März 2026 begehen wir weltweit den Internationalen feministischen Kampftag. Dieser Tag ist kein Anlass für symbolische Gesten oder Gratulationen, sondern ein politischer Kampftag, der an erkämpfte Rechte erinnert und zugleich auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam macht. Seine Wurzeln liegen in den Arbeits- und Frauenbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts, die für gleiche Rechte, bessere Arbeitsbedingungen und politische Teilhabe kämpften. Auch mehr als hundert Jahre später ist dieser Kampf nicht abgeschlossen.


Gender Pay Gap: Eine Lohnlücke, die weiterhin besteht

Trotz Fortschritten in Bildung und Qualifikation verdienen Frauen im Durchschnitt immer noch weniger als Männer. Der sogenannte Gender Pay Gap beschreibt den prozentualen Unterschied zwischen dem Durchschnittsverdienst von Frauen und Männern. Ein Wert von 16 % bedeutet etwa, dass Frauen für die gleiche Arbeitszeit 16 % weniger verdienen als Männer. Ursachen sind neben unterschiedlichen Branchen‑ und Berufswahlen auch ungleiche Verteilung von Führungspositionen und unbezahlter Sorgearbeit. Sowohl der unbereinigte als auch der bereinigte Gender Pay Gap zeigen, dass Frauen weiterhin ökonomisch benachteiligt sind.

Definition Gender Gap:

Mit Hilfe von Gender Gaps wird die Lücke in der Gleichstellung von Frauen und Männern beschrieben. Der Global Gender Gap Index wurde erstmals 2006 vom Weltwirtschaftsforum eingeführt, um den Fortschritt in Richtung Geschlechterparität in vier Dimensionen zu vergleichen: wirtschaftliche Chancen, Bildung, Gesundheit und politische Führung.


Chancen und politische Perspektive im Bildungsbereich

Ein besonders wichtiger Hebel für Gleichstellung liegt im Bildungsbereich: Obwohl die meisten Lehrkräfte Frauen sind, stehen Frauen vor Herausforderungen, die Führungsleiter im Bildungsbereich zu erklimmen, wie in allen Berufen. Das muss sich ändern. Wie Stefania Giannini, stellvertretende Generaldirektorin für Bildung der UNESCO, betont:

"Man kann nicht das sein, was man nicht sieht: Mehr Frauen in der Bildungsführung würden helfen, Geschlechterstereotype zu stoppen und Mädchen dazu inspirieren, weiterzugehen, was einen positiven Kreislauf von Vorteilen für die Gesellschaft insgesamt schaffen würde." (UNESCO)

In Deutschland sind über die Hälfte der Studienanfänger*innen weiblich, und auch bei Hochschulabschlüssen liegt der Frauenanteil meist über 50 %. Trotzdem sinkt der Frauenanteil mit steigender Karrierestufe: Während etwa 46 % der Promotionen von Frauen abgeschlossen werden, sind sie bei Professuren weiterhin deutlich unterrepräsentiert, nur etwa 30 % der Professuren sind mit Frauen besetzt. Besonders in den bestbezahlten höchsten akademischen Stufen, wie W3‑Professuren, sind Frauen noch seltener vertreten.

Auch in MINT‑Berufen sind Frauen weltweit noch immer unterrepräsentiert, obwohl genau diese Bereiche die Jobs der Zukunft bieten. Global machen Frauen nur 31 % der Forschungs- und Entwicklungspositionen in der Wissenschaft aus. Im Technologiesektor sind sie auf allen Ebenen unterrepräsentiert, besonders in Führungspositionen, wo nur 24 % der Fachkräfte Frauen sind.


Fortschritte bei Bildung und Qualifikation

Es gibt auch positive Entwicklungen: Frauen haben in den vergangenen Jahrzehnten in schulischer und beruflicher Qualifikation erheblich aufgeholt und erreichen mittlerweile ein höheres Niveau als Männer. So hatten 2019 etwa 41 % der Frauen, aber nur 39 % der Männer im erwerbstätigen Alter Abitur oder Fachhochschulreife. Auch bei der Beteiligung an Weiterbildung liegen Frauen inzwischen oft vorn.


Gleichstellung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Der Internationale feministische Kampftag macht deutlich: Gleichberechtigung ist kein Selbstläufer. Der 8. März ist ein Tag des Erinnerns an feministische Kämpfe, ein Tag der Solidarität und ein Tag der politischen Forderungen. Es geht um faire Löhne, gerechte Verteilung unbezahlter Arbeit, Schutz vor Gewalt, Selbstbestimmung und echte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen. Gleichzeitig zeigt sich: Fortschritte sind möglich, wie die Entwicklungen in Bildung und Weiterbildung, aber auch die Chancen durch mehr Frauen in Führungspositionen im Bildungswesen verdeutlichen. Der feministische Kampftag 2026 erinnert uns daran, dass Gleichstellung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist – und dass der Einsatz dafür weiterhin notwendig bleibt.


Good to know

In den angeführten Studien bisher noch unsichtbar, aber dennoch wichtig zu wissen: Von systematischer geschlechtsbezogener Diskriminierung sind übrigens auch Personen betroffen, die sich nicht in den binären Kategorien von männlich-weiblich wiederfinden.  


Quellen

Weltfrauentag und Geschlechterungleichheit | Hintergrund aktuell | bpb.de

Lohngerechtigkeit - BMBFSFJ

benchmarking gender​ gaps, 2025 - Global Gender Gap Report 2025 | World Economic Forum​

Education: UNESCO Report calls for more women at the top | UNESCO

International Women's Day: New factsheet highlights gender disparities

Hochschulen | Sozialbericht 2024 | bpb.de


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