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HSD / GDAT, Förderung
09.03.2026

Hochschule Düsseldorf erhält Prädikat im Professorinnen­programm 2030

​​​​​​Die Hochschule Düsseldorf (HSD) ist im bundesweiten Professorinnenprogramm 2030 von Bund und Ländern erfolgreich gewesen und wurde darüber hinaus mit einem Prädikat für ihr Gleichstellungskonzept ausgezeichnet. Damit gehört sie zu den fünf Hochschulen unter insgesamt 44 ausgewählten Einrichtungen, deren Konzepte von einem unabhängigen Begutachtungsgremium als besonders überzeugend bewertet wurden. Die positive Begutachtung ermöglicht es der HSD, Fördermittel für Gleichstellungsmaßnahmen sowie Anschubfinanzierungen für die Berufung von Professorinnen zu beantragen.

„Dass wir nicht nur erfolgreich am Professorinnenprogramm teilnehmen, sondern zusätzlich mit einem Prädikat ausgezeichnet wurden, ist eine besondere Anerkennung unserer Gleichstellungsarbeit“, sagt HSD-Präsidentin Edeltraud Vomberg. „Nur fünf der 44 ausgewählten Hochschulen haben diese Auszeichnung erhalten. Das zeigt, dass unser Engagement für Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit in Wissenschaft und Lehre bundesweit wahrgenommen wird.“

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung im Professorinnenprogramm, weil sie zeigt, dass unsere Arbeit Wirkung entfaltet. Gleichzeitig erinnert sie uns daran, dass Gleichstellung kein erreichter Zustand ist“, sagt Professorin Tanja Kullack, Leiterin des Gender Diversity Action Teams der HSD. „Gerade in einer Zeit, in der Gleichstellung und geschlechtliche Selbstbestimmung zunehmend unter Druck geraten, kommt Hochschulen eine besondere demokratische Aufgabe zu: Sie sind Orte, an denen Gleichberechtigung nicht nur reflektiert und verhandelt, sondern institutionell verankert und aktiv verteidigt werden muss.“

Mit der erfolgreichen Bewerbung kann die Hochschule künftig Anschubfinanzierungen für Erstberufungen von Frauen auf unbefristete Professuren beantragen. Die Fördermittel werden über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren bereitgestellt und unterstützen sowohl vorgezogene Berufungen als auch die Besetzung regulärer Professuren. Damit erweitert das Programm den Handlungsspielraum der Hochschulen, um die weiterhin bestehende Unterrepräsentanz von Frauen in wissenschaftlichen Spitzenpositionen zu verringern und strukturelle Machtasymmetrien im Wissenschaftssystem gezielt zu adressieren.

Das Professorinnenprogramm ist das zentrale Instrument von Bund und Ländern zur Förderung der Gleichstellung an Hochschulen. Obwohl Frauen seit Jahren einen großen Anteil der Studierenden und Absolvent*innen stellen, sind sie auf Professuren weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Entlang der wissenschaftlichen Karrierewege kommt es noch immer zu systematischen Ausschlüssen und Karriereabbrüchen – ein Phänomen, das als „Leaky Pipeline“ beschrieben wird.

Seit dem Start des Programms im Jahr 2008 wurden bundesweit bereits mehr als 1.000 Professuren gefördert. Die aktuelle vierte Programmphase „Professorinnenprogramm 2030“ läuft von 2023 bis 2030 und ist mit insgesamt 320 Millionen Euro ausgestattet, die je zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert werden.

Das verliehene Prädikat würdigt darüber hinaus die besondere Qualität des Gleichstellungskonzepts der HSD. Es wird ausschließlich an Hochschulen vergeben, deren Strategien zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit dadurch überzeugen, dass sie bestehende Ungleichheitsverhältnisse klar benennen, strukturell einordnen und daraus konkrete Maßnahmen zur Erreichung von Parität entwickeln.​ 

Mit der Auszeichnung kann die HSD zudem eine Stelle für eine Wissenschaftlerin oder Künstlerin in einer frühen Karrierephase finanzieren, um Wege zur Professur gezielter zu fördern und Übergänge aus der Qualifizierungszeit besser zu strukturieren. Gerade in der Postdoc-Phase verlassen viele hochqualifizierte Frauen das Wissenschaftssystem – eine Phase, die daher als besonders prekär gilt.

„Eine feministische Hochschulentwicklung bedeutet, strukturelle Ungleichheit nicht als individuelles Problem zu betrachten – im Sinne von: Man müsse Frauen nur stärker ermutigen –sondern als Ergebnis historisch gewachsener Machtverhältnisse im Wissenschaftssystem“, erklärt Eva Wegrzyn, Referentin des Gender Diversity Action Teams.

Die Hochschule Düsseldorf verfolgt das Ziel, Geschlechtergerechtigkeit als integralen Bestandteil ihrer strategischen Entwicklung zu verankern. Neben Maßnahmen zur Erhöhung des Professorinnenanteils setzt sie auf gendersensible und diskriminierungskritische Berufungsverfahren, eine systematische Förderung von Wissenschaftlerinnen sowie eine stärkere Verankerung von Gender- und Diversity-Themen in Lehre, Forschung und Organisation. Damit versteht die Hochschule Gleichstellung nicht als punktuelle Maßnahme, sondern als langfristigen institutionellen Veränderungsprozess.


Weitere Informationen: Das Paritätskonzept der HSD



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Ein Portraitfoto von Professorin Tanja Kullack
Schwan/Hochschule Düsseldorf
Professorin Tanja Kullack, Leiterin des Gender Diversity Action Teams an der Hochschule Düsseldorf

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Ein Portrait von Eva Wegrzyn, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Düsseldorf
Daniel Schumann
Eva Wegrzyn, Referentin beim Gender Action Diversity Team der Hochschule Düsseldorf

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